Warum Google Analytics für SEO-Zwecke ungeeignet ist
Wer ernsthaft Suchmaschinenoptimierung (SEO) betreiben will, sollte nicht auf Google Analytics bauen. Das ist zwar schade, weil das Tool nicht nur kostenlos, sondern auch einfach in der Handhabung ist, aber die Anforderungen des SEO-Bereichs werden leider nicht erfüllt.
1. Eingeschränkte Technologie
Google Analytics verwendet die so genannte “Page Tagging-Technologie”. Damit kann das Programm nur Informationen von Browsern aufnehmen, die JavaScript ausführen können. Automatische Browser, zu denen auch die Spider der Suchmaschinen gehören, führen aber kein JavaScript in Ihrem Source Code aus. Folglich registriert Google Analytics nur die Aktionen der echten Benutzer, nicht aber die der Suchmaschinen-Spider.
Für eine gute Suchmaschinen-Optimierung muss man aber wissen, wann die Spider vorbeikommen, welche Seiten sie aufrufen und wie oft sie zurückkommen. Nur so kann man seine Seiten optimieren, neue Seiten erstellen, interne Links aufbauen und die Änderungen priorisieren.
Es mag sich zwar merkwürdig anhören, aber das Verhalten der Spider muss genauso analysiert werden wie das der Besucher.
2. Keine Auswertung von Log-Files
Die Analyse von Log-Files ist das Gegenstück zum Page Tagging in der Web-Analyse. Tools, die Logfiles auswerten, tragen alle Informationen aus den Server-Logs zusammen. Dort wird jeder Seitenaufruf zusammen mit der IP-Adresse, dem User Agent und meistens auch dem Verweistext aufgezeichnet. Die Arbeit mit diesen Anwendungen ist zwar etwas aufwändiger, wird aber durch die daraus hervorgehenden Daten ausgeglichen.
Das Beste an den Log-Analysen sind die konfigurierbaren Filter. Google Analytics versucht sich hier zwar auch in gewissem Umfang, aber die Kontrollmöglichkeiten bleiben begrenzt.
Leider kann man keine Log-Files in Google Analytics hochladen oder Daten runterladen. Wenn Google dieses Feature einbauen würde, käme es zu einer Win-Win-Situation: Sie könnten GA verwenden, um alle Daten auszuwerten – und Google könnte das gleiche tun.
3. Sie sind von Google abhängig
Wenn Sie Auswertungen ansehen möchten, tun Sie das Online über die Google Analytics Schnittstelle. Sie können die Ergebnisse aber weder mitnehmen noch archivieren. Dazu kommt dann noch, dass Google Ihre Daten ständig kontrolliert. Wenn Google die Schnittstelle oder die Art der Auswertungen ändert, müssen Sie sich damit abfinden
Es geht um IHRE Web-Site, um IHRE Besucher und IHRE Analyse. Warum sollte alle Macht dafür bei Google liegen?
Google Analytics ist auch nicht vollständig, und rangiert in Tests weit hinter handelsüblichen Produkten. Es steht sogar noch weiter hinten als seinerzeit Urchin, bevor es von Google gekauft und in Google Analytics umgetauft wurde. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Google keine Ressourcen zur Verfügung stellt, um mit den anderen Produkten am Markt Schritt zu halten. Wenn dieser Trend anhält, wird der Abstand zwischen dem „freien“ Google Analytics und den handelsüblichen, professionellen Tools am Markt also noch größer werden.
Empfehlungen
Google Analytics ist aber trotzdem nicht ganz nutzlos. Wer ernsthaftes Such-Marketing betreiben will, sollte sich aber nicht ausschließlich darauf verlassen, sondern noch weitere Tools zu Rate ziehen.
Quelle: Search Engine Journal
Abonnieren Sie jetzt unseren RSS-Feed und bleiben Sie so immer auf dem Laufenden!
Diese Artikel dürften Sie auch interessieren
- Google Analytics 3.0 - Analytics Reloaded
- Nutzlose Meta-Tags in Web-Seiten
- Google Page Rank – Möglichkeiten bei unberechtigter Abstufung
- Google kann nun Formulare ausfüllen
- Google Analytics Alternative


am 7 November, 2007 um 12:33
Am besten sind sowieso mehrere Arten des Trackings. Trotzdem die hier aufgeführten Gründe nicht falsch sind, verzichte ich dennoch nicht auf Google Analytics. Man sollte sich nur nicht allein drauf verlassen.
am 7 November, 2007 um 20:51
Ich geb Dir da natürlich recht, dass man mit unterschiedlichen “Standbeinen” auf der sichereren Seite ist. Sofern man Adwords einsetzt, stehe ich Google Analytics aber dann doch etwas skeptisch gegenüber. Da werden dem Werbeverkäufer dann nämlich super-interessante Daten auf dem Silbertablett serviert. Im Printbereich würde ich dem Anzeigenverkäufer z.B. auch nicht auf die Nase binden, dass die letzte Anzeige extrem wirkungsvoll war und ich dadurch x Prozent mehr Umsatz generiert habe (wodurch ja irgendwie auch gleich suggeriert wird, dass die Anzeige möglicherweise sehr “preiswert” war…).
am 8 November, 2007 um 8:59
Mit welchem Programm kann man denn wirklich Sinnvoll die Logfiles auswerten?
am 8 November, 2007 um 9:44
Wir verwenden und empfehlen etracker.
am 8 November, 2007 um 12:53
@ Marcel: Wir haben hier vor einiger Zeit auch mal einen Beitrag veröffentlicht. Schau einfach mal unter http://blog.techdivision.com/webanalyse-tools-ein-kurzer-marktuberblick/ da ist mit Sicherheit der eine oder andere Softwaretipp dabei.
am 8 November, 2007 um 22:20
Und ich kam mir schon vor als ob ich gegen Windmühlen rede…..
Jungs Mescalero ist das Tool eurer Wahl, auch wenn schon etwas älter
am 8 November, 2007 um 23:18
@ Gerald: Kann ich bestätigen. Mescalero ist in der Tat ein ganz ordentliches Tool. Ach ja noch was, Respekt zu Deiner robots.txt
am 9 November, 2007 um 10:32
Mescalero sieht wirklich interessant aus, auch wenn die 299,- für mich im Moment noch nicht zu heben sind. Wieviele Projekte kann ich damit verwalten? Die Seite ist auf jeden Fall erstmal gebookmarked.
am 9 November, 2007 um 10:41
Hab’s gefunden. Die kleine Version verwaltet 2 Projekte, die Enterprise Edition hat keinerlei Begrenzung.