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VoIP mit Skype und Co

Gepostet in Trends, Allgemeines durch Josef Willkommer am 5 July, 2007

Das Thema VoIP oder ausgesprochen Voice-over-IP ist nach wie vor heiß. Platt gesprochen versteht man darunter die Telefonie übers Web. Während sich Voice-over-IP-Telefonanlagen in der Masse bislang noch nicht richtig durchsetzen konnten, ist das Web ohne diese Dienste kaum mehr vorstellbar.

Skype hat VoIP bei deren Einführung im Juli 2004 erst richtig bekannt und einem Massenpublikum zugänglich gemacht. Seither hat sich das Tool rasend schnell verbreitet und stellt derzeit die Referenz im Bereich kostenlose Telefonie über das Web dar.

In der Zwischenzeit sind jedoch noch einige weitere Kandidaten auf den Zug aufgesprungen und bieten ähnliche Dienste – zum Teil kostenlos, zum Teil aber auch gegen Gebühr – an. Wir haben uns vier Anbieter von VoIP-Diensten herausgepickt und diese näher beleuchtet: Gegen den Platzhirsch Skype treten an: Google Talk, Peterzahlt.de und JaJah.

Ein erster Blick auf das Suchvolumen mittels Google Trends vermittelt einen Eindruck der Machtverhältnisse:

voip vergleich

Während das Suchvolumen nach voip eher rückläufig ist, befindet sich Skype nach wie vor auf einem stabil hohen Niveau. Google Talk konnte nur bei der Markteinführung 2005 ein deutliches Suchvolumen verbuchen, das österreichiches VoIP-Start-Up JaJah (mittlerweile ins Silicon Valley umgezogen) findet hierzulande noch kaum Beachtung. Der deutsche Anbieter Peterzahlt.de, der webbasierte Telefonate anbietet verzeichnete ebenfalls zum Start erhöhte Aufmerksamkeit. Mittlerweile ist das Suchvolumen hier aber auch wieder deutlich zurück gegangen.

Wir möchten in der Folge die Anbieter kurz vorstellen sowie auf einige Besonderheiten und Kosten eingehen. Den Start bildet Skype als Benchmark:

Skype
Der kostenlose Dienst Skype ist seit 2004 verfügbar. Im Jahr 2005 wurde Skype von Ebay übernommen und mittlerweile auch in die Ebay-Plattform als zusätzlicher Service integriert. Das kostenlose Tool ermöglicht nach der Installation auf dem Rechner die kostenlose Telefonie von PC zu PC. Hierzu ist ein sog. Headset von Vorteil. Neben der Übertragung von Sprache kann man mit Skype auch Chatten, Daten austauschen und Telefonkonferenzen mit bis zu neun Teilnehmern oder sogar Videokonferenzen führen. Gegen Gebühr ist es auch möglich ins Festnetz oder Handynetz zu telefonieren. Außerdem ist man mit seinem Skype-Account für andere auch aus dem Festnetz erreichbar.

Skype_Screenshots

Die Installation und Bedienung von Skype ist kinderleicht. Nach dem Installationsvorgang wird man durch den Registrierprozess geleitet, bei dem ein eigenes Skype-Konto eingerichtet wird.

Skype ist grundsätzlich kostenlos. Bei Anrufen ins Festnetz fallen allerdings Gebühren an. Hierzu muss man sein Skype-Konto mit Guthaben aufladen, das ab € 11,50 erhätlich ist. Die genauen Tarife für Telefonate ins Fest- oder Mobilfunknetz erfahren Sie auf der Skype-Webseite. Darüber hinaus bietet Skype noch diverse Zusatzdienste wie z.B. Skype SMS, Skype Voicemail oder SkypeIn an. Unter letzterem erhält man eine Rufnummer, über die man vom Fest- und Mobilfunknetz zum Ortstarif erreichbar ist.

Die Sprachqualität von Skype hängt im Wesentlichen von der Internetverbindung ab. Mit einem DSL-Anschluss ist die Sprachqualität von Skype aber durchaus mit normalen Telefonaten vergleichbar.

Google Talk
Das VoIP-Produkt von Google ist Skype sehr ähnlich und auch das Google-Produkt ermöglicht die kostenlose Telefonie. Es handelt sich ebenfalls um eine Software, die man kostenlos herunterlädt und lokal auf seinem Rechner installiert. Neben der Telefonie ist auch das Chatten zwischen Google Talk Teilnehmern möglich.

Google Talk

Es gibt allerdings einige Einschränkungen. Google Talk befindet sich noch in der Beta-Phase und kann nur mit einem Google Mail-Nutzernamen und –Passwort verwendet werden. Auch die Telefonie ins Festnetz ist über Google Talk nicht möglich. Telefon- und Videokonferenzen sind ebenfalls nicht möglich.

Die Sprachqualität hängt auch bei Google Talk von der Anbindung ab. Mit einem DSL-Anschluss sollte es aber keinerlei Probleme geben, wobei nach meinem Empfinden die Qualität von Skype zum teil etwas besser ausfällt.

Peterzahlt.de
Der Ansatz von Peterzahlt.de ist im Vergleich zu Skype und Google Talk ein anderer. Während man bei den Erstgenannten jeweils ein Softwaretool installieren muss, um Telefonieren zu können, benötigt man bei Peterzahlt lediglich einen Rechner mit Internetanschluss. Dieser Rechner muss während des Telefonats immer angeschaltet und mit dem Web verbunden sein.

peterzahlt.de

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Man geht auf die Webseite von Peterzahlt.de, gibt dort seine Festnetznummer sowie die Festnetznummer seines Gesprächspartners ein und drückt den Anrufen-Button. Dadurch wird eine webbasierte Verbindung über den Peterzahlt-Server zwischen den beiden Festnetz-Telefonen hergestellt. Diese Art der Telefonie funktioniert sogar zu Festnetznummern im Ausland. Die kostenlosen Gespräche können bis zu 30 Minuten lang sein. Danach wird die Verbindung gekappt. Man kann in der Folge das Gespräch aber wieder neu aufnehmen. Auf der Webseite ist hierzu lediglich angegeben, dass es eine geringfügige Beschränkung gibt um Missbrauch zu vermeiden (was auch immer das Bedeutet…). Bei normaler Benutzung wird man davon aber nichts merken.

Wo ist der Haken bzw. wie finanziert sich der Service? Einen wirklichen Haken gibt es eigentlich nicht. Die Finanzierung des Dienstes läuft über Werbung die vor- und während des Telefonates am Bildschirm eingeblendet wird. Hierzu darf kein Adblocker installiert sein.

Auch bei Peterzahlt.de gibt es bezüglich der Sprachqualität keine Probleme sofern die Internetverbindung passt.

JaJah
Bei JaJah handelt es sich um ein VoIP-Projekt, das von zwei Österreichern im Jahre 2005 gegründet wurde. Im Februar 2006 konnte man JaJah erstmals live bewundern. Zwischenzeitlich hat die Firma ein ansehnliches Sümmchen Venture-Capital bekommen und Ihren Firmensitz von Österreich nach USA – ganauer gesagt nach Mountain View - verlegt. Bei einigen dürfte es jetzt Klick machen. Richtig! Mountain View ist auch der Stammsitz von Google und bei JaJah – wie auch bei Google – heißt der Geldgeber Sequoia Capital.

jajah screenshot

Im Prinzip funktioniert JaJah ähnlich wie Peterzahlt.de. Über die Weboberfläche von JaJah geben Sie Ihre Telefonnummer und die Nummer des gewünschten Gesprächspartners ein und Drücken auf Call. Damit wird eine VoIP-Verbindung hergestellt. Der Unterschied zu Peterzahlt.de besteht jedoch darin, dass Festnetztelefonate nicht werbefinanziert und demzufolge zum Teil auch kostenpflichtig sind. JaJah möchte mit diesem Dienst auch verstärkt Business-Kunden ansprechen, die beispielsweise einen „Call-Me“-Button auf der Webseite integrieren über den der Kunden per Telefon kostenlos anfragen kann.

Um JaJah nutzen zu können, muss man sich kostenlos registrieren. Danach sind Gespräche zwischen JaJah-Nutzern von Festnetz zu Festnetz – abhängig von der Region entweder kostenlos oder es fallen geringe Gebühren an. Einen genaueren Überblick erhalten Sie auf der JaJah-Webseite.

Die angeführten VoIP-Beispiele stellen lediglich einen Einstieg in die Thematik dar. Fakt ist, dass das Thema Voice over IP zu einem der Wachstumsmärkte in der nahen Zukunft zählen wird.

Bei der Sprachqualität gilt auch hier das vorher gesagte. Mit einem DSL-Anschluss sollte es keinen Grund zum meckern geben.

Interessant: Wie Techcrunch berichtet, bietet JaJah als einer der ersten Anbieter bereits einen VoIP-Client für das neue Apple iPhone an.

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3 Antworten zu 'VoIP mit Skype und Co'

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  1. jafeth (1 comments) kommentiert

    am 11 October, 2007 um 10:22

    bekommt man bei jajah auch einen art skype in-telefonnumer?

  2. willky (35 comments) kommentiert

    am 11 October, 2007 um 10:29

    @jefeth: bei jajah telefoniert man mit eigenen festnetznummer. insofern gibt es keine klassische skype-in. zumindest ist das mein derzeitiger kenntnisstand…

  3. Jan (1 comments) kommentiert

    am 12 December, 2007 um 22:19

    Wieso ist denn bei peterzahlt.de die schnelle Internetverbindung wichtig? Nachdem der Anruf initiiert wurde verbindet der Anbieter doch die beiden Anschlüsse per Voip. Meine eigene Verbindungsgeschwindigkeit spielt demnach also keine Rolle. Oder war mit “solange die Internetverbindung passt” nur der insgesamt notwendige Internetanschluss gemeint?

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