Verlinkung aus der Offline-Welt
Es ist nichts Neues, dass eine gute Verlinkung von Webseiten sowohl für die Suchmaschinen als auch für die Besucher sinnvoll, ja sogar essentiell ist. Über die Diskussion über gute und „böse“ Links wird vielfach vergessen, dass es auch etliche Möglichkeiten gibt, aus der Offline-Welt sozusagen Anker ins Internet zu werfen. Dazu ein paar Beispiele aus dem täglichen Leben:
Beispiel 1: Jeder kennt diese großen Tafeln, Schilder und sonstige Gebilde, die auf Feldern an Straßen stehen, um auf diverse Veranstaltungen hinzuweisen. Oftmals ist es im Vorbeifahren schwierig, alle Details aufzunehmen, d.h. meist geben diese Schilder nur den Anstoß, und Detailinformationen muss man sich anderweitig holen.
So habe ich kürzlich aus dem Augenwinkel auf einem solchen Schild den Namen eines (mir) sehr bekannten Musiker gelesen. Trotz diverser Anstrengungen ist es mir aber zunächst nur gelungen, beim nächsten Vorbeifahren den Ort der Veranstaltung herauszufinden. Mit diesen Informationen habe ich mich dann ins Internet begeben – allerdings ohne den erhofften Erfolg. Schließlich habe ich mich dann zu Fuß zum besagten Schild begeben, um es in Ruhe zu studieren. Es war wirklich wunderschön, mit Liebe bemalt und beschriftet, aber das sind Eigenschaften, die den Autofahrern, die daran außerorts mit 70 km/h vorbeifahren, verborgen bleiben müssen. Hier wären einige wenige Stichworte, z.B. der Titel der Veranstaltung, das Datum, die bekanntesten Namen und eine Internet-Adresse hilfreicher gewesen. Also gerade so viele Informationen, wie man im Vorbeifahren aufnehmen kann, und solche Informationen, die man sich zumindest einige Minuten merken kann – so lange, bis man die Möglichkeit hat, das Gesehene irgendwo zu notieren.
Beispiel 2: Gestern fuhr ein Auto vor mir, das auf dem Heck beschriftet war. Ein Afrika-Spezialist wurde dort mit einer Internet-Adresse angepriesen. Leider war diese Adresse aber so kompliziert, dass ich sie erst im zweiten Versuch richtig lesen konnte – weil das Auto etwas länger an einer Kreuzung vor mir stand. Merken konnte ich mir den Link nicht, denn weder steckte irgendwo „Afrika“ drin, noch war er anderweitig sprechend. Grundsätzlich gute Idee, aber schlechte Umsetzung.
Beispiel 3: Dann gibt es noch eine ganze Menge Firmenfahrzeuge, die wohl mit dem Firmennamen, auch mit Logo oder anderen Texten versehen sind, aber auf denen es keine Internet-Adresse gibt. Ziehen wir mal eine Hand voll Firmen ab, die noch immer keinen Internet-Auftritt haben (oder einen solchen, den sie lieber verschweigen), bleibt dennoch ein großes, ungenutztes Potenzial, aus der Offline-Welt ins Internet zu verlinken. Denn auch auf den Straßen bewegen sich Menschen, die einen Bedarf mit sich herumtragen. Und wenn ihnen dann auf der Straße zufälligerweise ein Anbieter begegnet, könnte daraus mittelfristig durchaus ein Geschäft werden.
Das Potenzial sollte erkannt sein. Was braucht man also, um es gut zu nutzen?
- Darstellung des Angebots in prägnanten Stichworten
- eine kurze, sprechende, einprägsame URL, die man im Vorbeifahren aufnehmen und speichern kann
- zur Zielgruppe passendes Werbemittel – ein Web-Link auf einem heruntergekommenen Fahrzeug passt nicht zu einem seriösen Unternehmen
- und natürlich eine ansprechende Website
Das ist schon alles. Natürlich sollte man sich vorher überlegen, welches Ziel denn konkret verfolgt wird, welche Zielgruppe vorrangig angesprochen werden soll und ob sie sich tatsächlich so verhält, wie man das möchte. Dann muss man es einfach tun, beobachten, was passiert und bereit sein, die Strategie nochmal zu korrigieren, falls das gewünschte Ziel nicht erreicht wird.
Und wer ein wenig nachdenkt, findet sicher noch etliche andere Möglichkeiten für Offline-Links.
Abonnieren Sie jetzt unseren RSS-Feed und bleiben Sie so immer auf dem Laufenden!
Diese Artikel dürften Sie auch interessieren
- Gehört die IP-Adresse zur Privatsphäre?
- Vernetzung der On- und Offline-Welt
- Urheberrecht bei Portraitfotos
- 404-Seite nicht gefunden
- Proximic: Konkurrenz für Google aus München?


am 21 July, 2008 um 10:09
Und mal Hand auf’s Herz: Spätestens beim potenziellen Punkt 3 hörts doch meistens auf.
Ich hatte in den letzten Tagen mehrfach einen Maler vor mir. Die URL konnte ich mir merken. Und für seine ausgeklügelte Internetadresse ziehe ich es vor, mich erstmal beim Mitbewerb “schlau” zu machen. Denn wenn die so “malen” … wie Sie sich repräsentieren, dann “mach ich lieber wie ich will”.
Aber gut, das meiste ist ohnehin nur “plumpe Werbung” und das hat man auch vor 20 Jahren so gemacht
am 21 July, 2008 um 10:20
@CiT: Richtig, drum gibt es ja auch Punkt 4 “natürlich eine ansprechende Website”. Dass das nicht alle ernst nehmen, habe ich ja schon beschrieben, siehe http://blog.techdivision.com/verstose-gegen-die-regeln-der-web-usability/
am 22 July, 2008 um 8:27
Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich den Artikel nicht gelesen habe
(also vorher)
den Punkt 4 habe ich nicht überlesen, da hört’s nur leider bei den meisten auf, was ich schade finde. Aber gut, andererseits auch nicht, ist ja nun eine potentielle Kundschaft
am 23 July, 2008 um 7:59
zu punkt 2: erlebt man ja fast täglich wenn man in einer der größeren städte unterwegs ist. viele wissen zwar von der wichtigkeit, dass man im internet präsenz zeigt, können aber auf grund von fehlendem know-how in sachen präsentation, marketing etc. selten ein gutes konzept auch umsetzen.