Ubuntu und MS Office: die Wege trennen sich
Was der Sys-Admin zusammenbringt, sollen Rechner oder Anwender nicht scheiden. Soweit die Theorie, anknüpfend an meinen Beitrag von vor ein paar Tagen. Aber das “Tribunal der Alltagsarbeit” hat entschieden, dass das Zusammenleben von Ubuntu und MS Office unzumutbar ist. Zu den bereits genannten Gründen noch ein paar Erkenntnisse der Tage meines Arbeitslebens als “Ubuntu-Office-Versuchskaninchen”:
MS Visio
Das größte Problem ging in der Tat von Visio aus. Der Versuch, in einer vorhandenen Zeichnung lediglich ein paar Zeichen zu entfernen, war trotz allen guten Willens zum Scheitern verurteilt. Bis der Cursor einmal im Textfeld platziert war, wurde die Umgebung des Feldes mehrfach neu aufgebaut. Die nächste Herausforderung war, ein Feld zu löschen. Dabei war dann mehrfach der Hintergrund mit markiert, also löschen rückgängig machen, neu markieren… Vom Markieren mehrerer Felder mit anschließendem Verschieben habe ich dann abgesehen.
In einer anderen Visio-Zeichnung waren die Fonts verändert, so dass die Texte nicht mehr in die Rahmen passten. Diese Zeichnung hätte ich also nicht mal unverändert in ein Word-Dokument übernehmen können. Damit endete dann jeglicher Versuch, Visio unter Ubuntu zu nutzen.
Adobe Acrobat
Ein Detail, das mir an den aus Word-Dokumenten erzeugten pdf-Dateien aufgefallen ist: Ubuntu verwendet den in den Eigenschaften des Word-Dokuments verwendeten Titel als Titel der pdf-Datei. Wenn man sich vom ersten Schreck erholt hat, erinnert man sich dann schnell an diese versteckten Werte, die man offenbar beim Kopieren von Dokumenten als Vorlagen gerne übersehen hat…
MS Word
Text-Formatierungen aus einer Word-Datei, die unter XP erstellt und dann unter Ubuntu geöffnet wurde, sind zwar vorhanden, aber teilweise nicht erkennbar. So ging es mir mit etlichen Fettschrift-Passagen. Und XP-Formatvorlage ist auch nicht immer gleich Ubuntu-Formatvorlage. So wurde dem Format “Tabelleninhalt” auf wundersame Weise “Arabisch” oder “Chinesisch SimSun” angehängt und ließ sich nicht entfernen.
Open Office
Selbst Open Office hat sich merkwürdig verhalten und musste mehr als einmal mit einem grauen Bildschirm “abgeschossen” werden.
Die gute Nachricht zum Schluß
Die Installation von XP hat inzwischen doch funktioniert. Man muss es nur oft genug probieren, bei irgendeinem Versuch wird es schon klappen. Und nun kann ich wieder in Windeseile Visio-Zeichnungen verändern und direkt auf dem Server arbeiten. Ein Versuch war’s wert, und irgendwie ist es schon schade und auch verwunderlich, dass es nicht funktioniert hat. Denn eine Erkenntnis ist ja doch, dass es - auch wenn man es vielleicht nicht wahr haben will - derzeit einfach keine Alternative zu MS Office gibt.
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