Suchmaschinen-Optimierung bei der Web-Seiten-Entwicklung
Von den Personen, die intern für die Suchmaschinen-Optimierung zuständig sind, kommen viele aus dem Marketing und haben nur einen begrenzten technischen Hintergrund und wenig Erfahrungen mit dem Prozess der Entwicklung einer Web-Site. Sie sind entweder an der Suchmaschinen-Optimierung interessiert oder waren schon in anderen Marketing-Funktionen tätig. Da sie im SEO-Bereich neu sind (und oft auch in der Web-Entwicklung), haben sie manchmal zu kämpfen, damit ihre Anforderungen ernst genommen und sich auf den Web-Seiten wieder finden. Damit das gelingen kann, sollten sie von Anfang zum Projektteam gehören und an den ersten Arbeitsergebnissen, die an das Management und die Programmierer gehen, beteiligt sein.
Als Orientierung für zukünftige Projekte hier ein Überblick über die Phasen eines Software-Projekts und die Ansatzpunkte des Verantwortlichen für die Suchmaschinen-Optimierung.
Projektplan: Die meisten Firmen erstellen einen Projektplan, auch wenn sie unterschiedlich aussehen und individuelle Namen tragen. Es handelt sich aber immer um einen Überblick über das Projekt (oder die größte Veränderungen), die Funktionen und die Ziele. Die SEO-Ziele und –Strategie sollten in diesem Dokument stehen, damit das Projektteam für eine suchmaschinenfreundliche Umsetzung mitverantwortlich ist und die Schlüsselpersonen sehen, dass die Suchmaschinenoptimierung zum Release gehört.
Ein Tipp: Da die Erstellung dieses Dokuments immer eine Weile dauert, sollte man schon zu Beginn die SEO-Strategie darlegen, mögliche Schwierigkeiten aufzeigen und alles erwähnen, was das Management und die Entwickler wissen müssen. Das Dokument sollte auch am Ende noch mal durchgesehen werden, damit alle zwischenzeitlich gemachten Ergänzungen unter SEO-Gesichtspunkten betrachtet werden.
Alle Änderungswünsche: Der Verantwortliche für die Suchmaschinen-Optimierung sollte alle Änderungen kennen, die die Entwickler vornehmen, selbst wenn es sich um Änderungen am Back-End handelt. Denn die Änderungen könnten die Daten, die an den Rechner des Benutzers gesendet werden, verändern. Wenn das der Fall ist, sind auch Auswirkungen – positive oder negative - auf die Suchmaschinen-Optimierung möglich. Ist also etwas unter SEO-Gesichtspunkten zu beachten, dann sollte das im Dokument erwähnt werden bzw. der dafür Verantwortliche bei der Anforderungsanalyse dabei sein.
Review des Entwurfs: Der Suchmaschinen-Optimierer sollte sich an der Entwicklung des Entwurfs beteiligen. Am besten führt er mit dem Designer für die Usability ein Review des Entwurfs durch. Das kann 2-3 Runden erfordern.
Review des Designs: Der SEO-Verantwortliche sollte eng mit dem Designer zusammenarbeiten, damit die Überschriften und wichtige Inhalte nicht in Bildern versteckt werden usw. Alle Designelemente müssen überprüft werden, damit ein suchmaschinenfreundliches Design entsteht. Wie beim Entwurf sind auch hier mehrere Runden mit dem Designer erforderlich, bevor eine Präsentation vor dem Projektteam möglich ist.
Noch ein Tipp: Wenn die Designer die Regeln der Suchmaschinen-Optimierung kennen, können Sie ein Design erstellen, das die SEO-Ziele erfüllt.
Code Reviews: Der Code, den der Browser liest, muss geprüft werden, damit er für die Suchmaschinen-Optimierung passt. Nur so kann man feststellen, ob es mehrere h1-Tags oder Java Script gibt, das nicht in externe Dateien ausgelagert ist.
Diese Aufgabe kann man auch an jemanden weitergeben, der nichts mit dem Projekt zu tun hat.
Anwendungsfälle und technische Spezifikation: Das sind die schwierigsten Aufgaben, aber es ist wichtig, dass sich der Suchmaschinen-Optimierer mit dem Autor der Anwendungsfälle und der technischen Spezifikation zusammensetzt und mit ihm die gesamte Dokumentation durchgeht. Er kann dann auch Fragen stellen und einen gewissen Einfluss nehmen, da diese Unterlagen von den Programmierern für die Entwicklung verwendet werden.
Qualitätssicherung/Testen: Auch wenn etwas spezifiziert und jedem bekannt ist, heißt es noch lange nicht, dass alle Anforderungen im Endprodukt auch umgesetzt werden. Der Suchmaschinen-Optimierer sollte die Seiten testen, bevor sie online gestellt werden. Zumindest stichprobenartig sollten Seitentitel, Header-Tags usw. geprüft werden.
Man kann die QS-Mannschaft so trainieren, dass sie die SEO-Elemente mit berücksichtigt, damit der Suchmaschinen-Optimierer sich etwas Zeit beim Testen sparen kann. Auch 301-er-Umleitungen sollten vor und nach dem Go-Live getestet werden, da hier nach dem Go-Live oftmals trotzdem noch Fehler enthalten sind.
Der wichtigste Tipp: Wenn Sie als Suchmaschinen-Optimierer derzeit nicht an den genannten Aktivitäten beteiligt sind, müssen Sie sich darum bemühen. Denn dort werden wichtige Entscheidungen hinsichtlich der Seite und der Programmierung getroffen. Und genau dort wird der SEO-Input benötigt. Wenn Sie für diese Aktivitäten nicht genügend technische Erfahrungen haben, brauchen Sie entweder eine Fortbildung oder einen Experten, der die Bereiche abdeckt, in denen Sie sich nicht auskennen. Hier müssen natürlich individuell Kosten und Nutzen abgewogen werden.
Quelle: Search Engine Land
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am 6 February, 2008 um 10:49
Bei mir war es genau umgekehrt. Ich komme von der Webentwicklung (IT) und habe ins Marketing aufgrund meiner kreativen Ader gewechselt. So habe ich es leichter, was die technischen Anforderungen betrifft.