Suchmaschinen für Kinder, Teil 1
Das Search Engine Journal hat sich vor kurzem mit Suchmaschinen für Kinder beschäftigt. Die Analyse war natürlich auf englischsprachige Suchmaschinen unter amerikanischen Aspekten ausgerichtet. Da die Idee interessant ist, habe ich sie aufgenommen und ein paar Untersuchungen für den deutschsprachigen Raum unternommen.
Im Search Engine Journal ging es hauptsächlich um die Frage, ob Kinder wirklich die kinderfreundlichen Suchmaschinen nutzen, oder ob sie eher die großen Suchmaschinen ihrer Eltern benutzen. Tatsächlich greifen Kinder zwischen 7 und 10 Jahren für ihre Hausaufgaben eher auf kindgerechte Seiten zu, da die großen Suchmaschinen wesentlich mehr kommerzielle Ergebnisse als erwartet bringen. Sie sind visuell nicht so gut aufbereitet wie in den Suchmaschinen für Kinder, die doch eine einfachere Navigation bieten.
Yahoo bietet eine eigene Suchmaschine für Kids an, allerdings nur in Englisch und Japanisch. Englisch ist allerdings auch der Titel einer der deutschen Suchmaschinen für Kinder:
Milkmoon

Milkmoon ist mehr als eine Suchmaschine. Es ist ein Portal mit gaaanz vielen Links, aktuellen Nachrichten und natürlich Spielen. Offiziell werden sie als „redaktionelle Inhalte und kommunikative Elemente“ bezeichnet. Zielgruppe von milkmoon sind Kinder zwischen 7 und 14 Jahren und auch deren Eltern, denen versichert wird, dass nur kindgerechte Seiten verlinkt sind. Offensichtlich gehen die Betreiber davon aus, dass die Eltern den Kindern über die Schulter schauen, denn ob die Anzeigen für eine private Krankenversicherung oder ein Online-Marketing-Portal bei den Kindern auf große Resonanz stoßen, wage ich zu bezweifeln.
Bei der Menge der Links ist es wohl auch nicht (mehr?) möglich, jeden einzelnen zu überprüfen. Einige verlinkte Seiten sind in die Jahre gekommen. Es ist zwar nicht schädlich, aber zumindest zweifelhaft, wenn auf einer verlinkten Seite angegeben wird, die Sommerferien 2007 für Österreich stünden noch nicht fest….
Während das Portal ziemlich bunt und voll ist, wird es auf den Trefferseiten der Suchmaschine durchaus ruhiger. Die Seiten sind übersichtlich, beginnen mit einer Bildleiste und verlinken auf kindgerechte Seiten. Zu meinem Lieblingssuchbegriff „Doping“ werden 243 Treffer auf 20 Servern und 38 Treffer bei der Bilder-Suche angekündigt. Tatsächlich sind es dann 20 Links und eben 38 Bilder. Wie milkmoon da auf 243 kommt? Habe ich eine Rechenreform verpasst? Eher nicht, dann auch bei anderen Suchabfragen gibt es einige merkwürdige Ergebnisse. Bilder und Links, die gar nicht zum Suchbegriff passen und dynamische Links, die alle auf die Startseite umgeleitet werden, von der man sich dann zuerst erst wieder zum Bild vortasten muss.
Blinde Kuh

Die blinde Kuh fasst ihre Zielgruppe noch weiter als milkmoon und wendet sich mit Bildern auch bereits an Kinder, die noch nicht lesen können. Für sie gibt es interaktive Spiele mit Farben, Formen und Buchstaben, die vielleicht schon ein bisschen zum Lesen lernen animieren.
Die blinde Kuh ist schon ein „Urvieh“, denn sie feiert dieses Jahr bereits ihren 10. Geburtstag. Von einer Privatinitiative hat sie sich zu einem Portal gemausert, dass ohne Werbeeinblendungen auskommt, und stattdessen vom Familienministerium gefördert wird.
Zu meinem Testbegriff „Doping“ gibt es übersichtliche 8 Treffer, die mit Altersangaben von S bis XL, dem Herkunftsland und der Quelle gekennzeichnet sind.
Vielleicht bin ich allerdings zu alt, um zu verstehen, warum sich manche Register anklicken lassen und mache nicht, obwohl sie gleich ausschauen?
Mit Erwachsenenaugen betrachtet bleibt auch festzustellen, dass das Seitenlayout nicht durchgängig ist und offensichtlich mehrere Generationen der blinden Kuh gemischt wurden. Aber den Inhalten tut das keinen Abbruch. Mit der Navigation ist es manchmal doch etwas schwierig, die Kinder kennen jedoch sicher die „Zurück“-Taste des Browsers.
Fortsetzung folgt….
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am 23 November, 2007 um 8:42
[…] macht der Teenager, wenn er aus den Suchmaschinen für Kinder rausgewachsen, aber doch eine Plattform für seinesgleichen sucht? Logo, er meldet sich bei Piczo […]