Quo vadis, Google PageRank?
In den USA überschlagen sich in den letzten Tagen die Meldungen zum Page Rank. Über das Wochenende hatten einige Webmaster größeren Schwankungen beim Page Rank ihrer Seiten festgestellt. Bei den meisten war er mindestens um einen Punkt nach unten gegangen.
In SEO-Kreisen sind viele inzwischen der Ansicht, dass die letzten Stunden des Page Ranks geschlagen haben. Trotzdem gilt der Page Rank aber noch immer als wichtiger Indikator für den Wert, den Google einer Seite beimisst.
Geht man dem Phänomen allerdings auf den Grund, ist die Sache allerdings weit weniger mysteriös als man zunächst annehmen könnte.
Betrachtet man die Seiten in den Google Webmaster Tools, stellt man fest, dass auch hier einige Links weniger angezeigt werden. Dies sind aber alles Seiten, die im Rahmen von irrelevanter Werbung oder bezahlten Links auf die jeweiligen Seiten verlinkt hatten. Und auch die linkgebenden Seiten selbst, die Links verkaufen, wurden bestraft.
Google hat auch bestätigt, dass Seiten, die Links verkaufen, aus dem Index entfernt oder anderweitig bestraft werden, um ihnen eine gute Positionierung zu verwehren. Dabei geht es nicht um den Verkauf von Links im Allgemeinen, sondern um die Fälle, in denen die Links in keinem inhaltlichen Zusammenhang stehen und somit sinnlos sind. Wer also einen Page Rank von 9 hat und den Leuten mit der Begründung Links verkauft, dass ihre Seiten damit besser positioniert werden, bekommt die gerechte Strafe.
Der Aufbau einer Verlinkung ist ein langsamer, zielgerichteter, organischer Prozess, den man heute nicht mehr dadurch verkürzen kann, dass man sich für ein paar tausend Euro im Monat bei Seiten mit Page Rank 8 ein paar Links kauft und dann über Nacht (oder zumindest innerhalb eines Monats) in Google nach oben springt. Das hat vor 5 Jahren funktioniert, aber die Zeiten sind vorbei.
Aber eigentlich ist es doch ganz einfach: Wenn Sie Links kaufen, dann nur von Seiten, die inhaltlich zu Ihren Seiten passen. Verwenden Sie nicht überall den gleichen oder einen generischen Linktext (z.B. „Autos online kaufen“). Wenn Sie Links verkaufen, achten Sie auf die Qualität der Seite, auf die Sie verlinken. Verlinken Sie also nicht auf thematisch unpassende Seiten, auf 301er-Umleitungen, Seiten mit versteckten Texten oder schlechten Linktexten, sondern akzeptieren Sie nur gut programmierte Seiten, die weder On-Site noch Off-Site versuchen, die Suchmaschinen zu manipulieren.
Das sagen die Link-Experten eigentlich schon seit Jahren, sei es auf Konferenzen oder auf ihren FAQ-Seiten. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird von Google bestraft. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht beim aktuellen Update, aber irgendwann auf jeden Fall!
Was sagt Matt Cutts?
Er hüllt sich in letzter Zeit zu diesem Thema in Schweigen und schreibt in seinem Blog eher über seinen Urlaub, sein Training oder sein iPhone. Im April hat er sich zuletzt damit befasst, und folgender Ausschnitt zeigt ganz gut Googles Ziele bei gekauften Links.
Auf einer Seite, die sich mit Linux beschäftigt, gibt es beispielsweise folgende Links:

Wenn wir kurz mal unseren Webmaster-Hut absetzen und uns in die Rolle des normalen Users versetzen, fragen wir uns doch sicher schnell:“ Warum verlinkt eine Linux-Seite auf jede Menge Seiten zu Poker, Pillen und Glücksspielen?“ Solche Links werden von den Benutzern oft als Spam oder minderwertig eingeschätzt. Manch einer wird zwar derartige Links verteidigen, aber die meisten, die in Google suchen, wollen nicht, dass solche Links die Suchergebnisse beeinflussen.
Und es gibt noch mehr interessante Feststellungen zu diesen Links: Es ist zwar hier nicht erkennbar, aber der Text „Sponsored Links“ ist auf der Seite ein Bild, kein Text. Der Rest der Seite ist sehr textlastig, d.h. dadurch dass für „Sponsored Links“ ein Bild verwendet wurde, soll verhindern werden, dass die Links als bezahlt entdeckt werden. Vielleicht ist das aber auch eine Unterstellung und der Text sollte einfach hübsch aussehen…
Trotz allem hat unser Ansatz gegen gekaufte Links hier sehr gut funktioniert. Diese Links wurden von unseren Algorithmen ohne menschliches Zutun entdeckt. Aber auch unsere händischen Spam-Bekämpfer haben die Links entdeckt.
Quelle: Search Engine Journal
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am 9 October, 2007 um 11:12
Hm, das heißt also daß der neue Algorithmus Themenunrelevante Links als bezahlt einstuft? Was ist denn dann z.B. mit Blogkommentaren wie diesem falls der Blog nicht mit dem Nofollow Tag arbeitet. Würde doch theoretisch auch als themenunelevant eingestuft werden und somit zur Abwertung beider seiten führen.
am 9 October, 2007 um 11:29
Hallo Matti,
der Gedanke ist nicht schlecht, aber soweit wird es Google sicher nicht treiben, denn das würde ja dem Grundgedanken des Bloggen widersprechen. Denn Kommentare im Blog kann ja jeder abgeben, d.h. die Möglichkeit, einen bezahlten Kommentar (mit bezahltem Link) abzugeben, gibt es ja nicht. Und gerade SEO ist ja ein Thema, was branchenübergreifend interessant ist, d.h. dein Kommentar ist legitim, auch wenn du keinen SEO-Blog hast. Und da dein Kommentar inhaltlich gut ist, würde ich ihn ja auch nicht löschen, nur weil dein Link nicht themenrelevant ist.
So sehe ich das zumindest, auch wenn natürlich immer Raum für Spekulationen vorhanden ist, weil Google seinen Algorithmus nicht offenlegt. Ich glaube aber, dass es sich hauptsächlich um Links auf “normalen” Seiten, also nicht in Blogs handelt, die bestraft werden.
Im schlimmsten Fall nutzt dir der Link hier nichts, aber schaden sollte er nicht.
Alles in allem werde ich das Thema im Auge behalten, und sobald sich neue Erkenntnisse zeigen, gibt es sicher hier einen weiteren Blogbeitrag.
Bis dahin weiter viel Spaß beim Bloggen und Kommentieren!
am 23 November, 2007 um 12:40
Hi ema,
Google interessiert sich Null für Grundgedanken des Bloggens - sonst hätten sie nicht auf Wordpress eingewirkt, damit die das standardmässige Nofollow in den Kommentaren implementieren.
Eine einfache Möglichkeit einen bezahlten Kommentar mit bezahltem Link abzugeben gäbe es - einfach ne Anmeldung vors Kommentieren schalten & Kommentar nur freigeben, wenn Rechnung bezahlt ist. Kommentar-Linkverkauf wäre zumindest technisch kein Problem - schon gar nicht bei moderierten Blogs …
Die andere Seite (Linkempfänger) kann Google nicht abstrafen - wäre sonst eine dolle Spielwiese für das Google Bowling von Mitbewerbern
Habe die weiteren theoretischen Möglichkeiten wie Google weiter vorgeht gerade gestern bei mir unter Quo Vadis Google verbloggt …
Ich finde es Klasse, daß Du kein Nofollow in den Kommentaren einsetzt - bei mir kommt der Quatsch auch nicht pauschal rein, da kann Google sich auf den Kopf stellen …
Wünsche ein schönes weekend …
Frank @ SEO-Marketing-Blog.de
am 23 November, 2007 um 12:43
upps, sorry - da habe ich am Ende des Links vor lauter schnellschreiben das Schließen vergessen …
am 23 November, 2007 um 12:56
Hi Frank,
tja, die Welt im Web ist schlecht und bleibt schlecht, und das wird auch Google nicht ändern können, selbst wenn sie jetzt mal kurz mit dem eisernen Besen gekehrt haben…
Wir haben in den letzten Tagen bei einigen Recherchen im Web linkmäßig einige ganz böse Black-Hat-Sachen gefunden, d.h. die dafür Verantwortlichen haben die themenfremden, unseriösen Links noch (?) nicht aus lauter Angst um ihren Page-Rank entfernt. Das kommt mir fast so vor wie die Situation im Sport rund um’s Doping. Wahrscheinlich wird kein Kontrolleur der Welt Doping oder Black-Hat-Methoden ausrotten können. Bleibt es den Akteuren, zu entscheiden, ob sie ein reines Gewissen bevorzugen oder den “Chill” der möglichen Kontrolle und Strafe brauchen.
Dir auch ein schönes WE!