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Live-Shopping, noch eine Variante des Shopping 2.0

Gepostet in Web 2.0 durch Marion Engel am 20 March, 2008

Eine weitere Spielart des Shopping 2.0 neben dem Social Shopping ist das Live Shopping. Während sich die Betreiber von Web-Shops (oder solche, die es werden wollen), auf die Freigabe von Magento freuen, weil dort auch eine sehr große Menge an Produkten gut strukturiert angeboten werden können, gelten im Live Shopping andere Vorgaben. “Weniger ist mehr” lautet hier die Devise, und so wird pro Tag nur ein Produkt angeboten. Somit gibt es auch jeden Tag ein neues Produkt, und das wird so lange angeboten, wie der Vorrat reicht. Ist dieser Vorrat vor Ende des Tages ausverkauft, wird der Shop eben für einige Stunden zum Geistershop. Gibt es nach Ablauf der Verkaufsfrist noch Lagerbestände, hat der Anbieter sozusagen Pech gehabt. Ist diese Restmenge ausreichend groß, kann er damit eventuell zu einem späteren Zeitpunkt eine neue Aktion starten. Sind es nur noch wenige Stücke, muss er sie anders “weiter bringen”.

guut.de ist ein deutschsprachiges Beispiel für diese Form des Live Shopping.

guut.de

guut.de, ein u aus “Gut”, weil man ein solches kaufen kann, und eines für “gut”, weil der Preis so ist? Kann gut sein, denn nach einer stichprobenartigen Recherche zu den Produkten der vergangenen Tage kann ich bestätigen, dass es sich um aktuelle Güter (Produkte) handelt - also nicht etwa um Auslaufmodelle oder Ladenhüter - und dass die Preise von guut.de wirklich unschlagbar sind. Beim Domainnamen lässt sich auch eine gewisse Ähnlichkeit mit woot.com, dem amerikanischen Pendant, nicht verleugnen.

Worin liegt nun der Reiz dieses Live Shoppings? Es geht schnell. Man verliert keine Zeit mit der Suche nach Produkten im Shop, muss nicht Navigieren oder Vergleichen und hat nicht die Qual der Wahl zwischen mehreren ähnlichen Produkten. Wer Offline gerne im Discounter kauft, weil dort in jeder Filiale die Regalplatzierungen gleich sind und man zielstrebig über einen kurzen Weg zum gewünschten Artikel kommt, und große Supermärkte meidet, weil man sich dort “die Hacken abläuft”, bis man die Kühltheke am anderen Ende der riesigen Halle erreicht hat und dort, wo gestern noch das Brot lag, heute Seife angeboten ist, der wird am Live Shopping seinen Gefallen finden. Allerdings erfordert Live Shopping unter Umständen auch eine kleine Umstellung der Lebensgewohnheiten. Da das neue Produkt jeweils um Mitternacht online geht, ist die zweite Nachthälfte bei begehrten Gütern die beste Einkaufszeit. Langschläfer könnten also um die Mittagszeit durchaus schon “in die Röhre” schauen.
Und zudem ist eine ständige Beobachtung des zukünftigen Angebots erforderlich. Newsletter, RSS-Feeds oder SMS-Benachrichtigungen wollen studiert und ausgewertet werden, damit man zur rechten Zeit vor dem Rechner sitzen kann. Ob allerdings wirklich in jedem Fall die Kaufentscheidung in Ruhe und nach reiflicher Überlegung fällt? Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass mancher Kauf nicht wirklich notwendig war und mehr von dem Schnäppchengedanken getragen war. So wurde jedenfalls mal über die Non-Food-Sonderprodukten der Discounter gesagt. Dort würde etliche Dinge nur gekauft, weil man es für ein günstiges Angebot hält und das Erfolgserlebnis hat, zu den erfolgreichen Käufern zu gehören, obwohl man eigentlich keinen echten Bedarf hat.
Beim Online-Kauf sehe ich zudem noch die Gefahr, dass man ohne Berücksichtigung seiner Budgetgrenzen kauft, weil man ja nicht mehr die Geldbörse zücken muss und an der Kasse merken könnte, dass diese leer ist. Aber das ist ein anderes Thema, um das es hier nicht vorrangig gehen soll. Werfen wir stattdessen lieber noch einen Blick auf Varianten im Live Shopping:

Eine netter Ziegenbock tummelt sich auf www.preisbock.de im weiten Grün vor imposanter Bergkulisse und bietet auch jeden Tag ein neues Produkt an.

preisbock.de

Der Unterschied zu guut.de ist, dass die Produkte bei preisbock.de 7 Tage im Angebot sind - sofern sie nicht vorher ausverkauft sind. Unter der Produktdarstellung wird angezeigt, wie groß das Angebot noch ist. Die Prozentangabe ist allerdings relativ, da man ja nicht weiß, wieviel Stück insgesamt im Angebot waren und wie eilig es ist, wenn noch 30% oder 10% an Lager sind.
Was beim Preisbock auch noch positiv auffällt: Es ist ein Trusted Shop, der risikoloses Einkaufen garantiert.

Diese beiden Plattformen sind nicht die einzigen ihrer Art im Web. So gibt es nach ähnlichem Muster u.a. ibood.com, schutzgeld.de und sportlet.de. Details der Bedingungen unterscheiden sich jedoch im Einzelfall. So ist das Angebot von ibood.de international, während Schutzgeld.de nur angemeldeten Benutzer zeigt, welches Produkt aktuell im Angebot ist. Also: erst lesen, dann überlegen, was man wirklich braucht…und wenn die innere Ampel auf grün steht: schnell zuschlagen.

Aus Anbietersicht handelt es sich hier um echte Nischenstrategien. Die ein oder andere hat bei einem überfluteten Markt sicher gute Erfolgschancen. Schau’n wir mal, welche es sein wird und was Shopping 2.0 noch so alles zu bieten haben wird.

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7 Antworten zu 'Live-Shopping, noch eine Variante des Shopping 2.0'

Kommentare verfolgen mit RSS oder einen TrackBack setzen zu 'Live-Shopping, noch eine Variante des Shopping 2.0'.


  1. am 22 March, 2008 um 7:01

    […] dem Live-Shopping haben wir vor kurzem bereits einen DER kommenden Trends im Bereich E-Commerce vorgestellt. […]

  2. hype.yeebase.com kommentiert

    am 22 March, 2008 um 12:53

    Live-Shopping, noch eine Variante des Shopping 2.0…

    Wenn Social Shopping mit Ebay-Elementen kombiniert wird, kommt eine recht spannende Mischung heraus: Live-Shopping - der neue Mega-Trend aus den USA!…

  3. Svenja Carstensen (1 comments) kommentiert

    am 28 March, 2008 um 1:45

    Hey, auf www.myliveshopping.de gibt es übrigens eine tolle Übersicht über alle Live Shopping Angebote. Da bekommt man jeden Tag alle Angebote auf einen Blick, man muss also nicht alle Anbieter einzelnd aufrufen. ;)
    lg

  4. Sue (1 comments) kommentiert

    am 28 March, 2008 um 13:22

    Preisbock hat für seine Community nun auch den Bockblogger ins Leben gerufen. Für noch mehr Community im Liveshopping.


  5. am 7 April, 2008 um 15:57

    […] Exciting Commerce (3.9.2007) TechDivision […]

  6. Klaus-K (1 comments) kommentiert

    am 1 May, 2008 um 20:25

    Komisch dass in diesem Beitrag www.schutzgeld.de nicht erwähnt wird. Schließlich hat dieser Shop als erstes in Deutschland das Woot-Konzept übernommen. Außerdem ist dieser Live-Shop der einzige, der die Idee noch mit einem lustigen Konzept (Mafia) verbindet. Also als Fan von schutzgeld.de kann ich diesen Shop nur empfehlen!

  7. Marion Engel (24 comments) kommentiert

    am 5 May, 2008 um 8:25

    Schutzgeld ist doch im vorletzten Absatz erwähnt und verlinkt. Da man allerdings nur nach Anmeldung Zutritt bekommt, und der Teilnehmerkreis somit eingeschränkt ist, habe ich auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet.

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