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Latent Semantic Indexing - Trumpf oder Hysterie

Gepostet in Trends, SEO durch Josef Willkommer am 3 October, 2007

Unter Latent Semantic Indexing (LSI) versteht man eine Technologie, die führende Suchmaschinenanbieter - einschließlich Google – eingeführt haben und mit der es den Suchmaschinen möglich ist, Textinhalte semantisch zu erkennen und zu „verstehen“. LSI ermöglicht es, Synonyme und verwandte Begriffe eines Keywords zu lokalisieren und Texte, in denen derartige Begriffe vorkommen als relevant einzustufen - selbst dann, wenn der Suchbegriff im Text gar nicht vorkommt.

Zum Latent Semantic Indexing kursieren zahlreiche Gerüchte, wobei es sich bei vielen jedoch zum Teil auch um Hysterie handelt.

Während von Suchmaschinen früher “nur” die vorhandenen Keywords analysiert wurden, geht die semantische Technologie noch einen Schritt weiter. Hierbei wird zusätzlich das Umfeld des entsprechenden Dokumentes analysiert, d.h. Suchmaschinen vergleichen den vorliegenden Text mit Dokumenten die gleiche oder ähnliche Wörter und Wortgruppen enthalten. Dabei stuft die Technologie Texte als semantisch verwandt ein, die viele ähnliche Wörter und Wortfolgen verwenden. Stimmen nur wenige Wörter überein wird der Text als semantisch entfernt eingestuft und ist folglich für den vorliegenden Suchbegriff nicht relevant.

In der Praxis bedeutet dies folgendes: Wenn eine Suchmaschine Latent Semantic Indexing verwendet, werden z.B. für den Suchbegriff „Saddam Hussein“ zum einen Suchergebnisse geliefert, die in Zusammenhang mit „Saddam Hussein“ und dem Golfkrieg, dem Krieg im Irak oder auch Kuwait stehen. Zum anderen werden aber auch Inhalte angezeigt, bei denen der entsprechende Suchbegriff nirgendwo im Text vorkommt. Die Suchmaschinen weiß anhand der Textinhalte, welche Ergebnisse dennoch relevant sein könnten.

Während die Integration verwandter Begriffe in Webtexte daher durchaus Sinn macht, sollte das Hauptaugenmerk eines Webseitenbetreibers hinsichtlich dieser Technologie auf der Verwendung von eingehenden Links bzw. den entsprechenden Linktexten liegen. Es ist mittlerweile ja kein Geheimnis mehr, dass die Linktexte eingehender Links einen großen Einfluss auf die Platzierung einer Webseite ausüben. Aus diesem Blickwinkel heraus sollte man es daher vermeiden, immer die gleichen Linktexte zu verwenden. Dadurch kann relativ schnell der Eindruck einer überoptimierten Seite entstehen. Suchmaschinen mögen so etwas gar nicht. Die Folge können beispielsweise sog. over-optimization-penalties sein, bei denen eine augenscheinlich zu sehr „gepimpte“ Webseite abgestraft wird.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in möglichst natürlich wirkenden Linktexten. Es gibt hier zwar kein Patentrezept, Untersuchungen haben aber gezeigt, dass bei vielen top-platzierten Seiten Ihre Keywords in ca. 30-40% der eingehenden Links vorkommen. Durch die Verwendung von Synonymen und verwandten Begriffen in Ihren Linktexten können sie die Relevanz der eingehenden Links noch weiter erhöhen, ohne dass es dabei unnatürlich zu wirken beginnt. Die Suchmaschinen „verstehen“ diese alternativen Begriffen und Platzieren Ihre Seite für die passenden Suchbegriffe.

Um herauszufinden welche Begriffe Google als Synonym ansieht, kann man das Synonym-Suchkommando (~ / Alt Gr + ) verwenden. Wenn Sie zum Beispiel Synonyme für den Begriff „Auto“ finden möchte, geben Sie bei Google einfach folgende Suchbegriff ein: ~Auto

Dadurch erhalten Sie Seiten, die mit dem Suchbegriffe verwandte Keywords enthalten, z.B. Auto-Nachrichten, Leasing, Cars

Durch die Verwendung von verwandten Ausdrücken können Ihre Hauptbegriffe gestärkt werden, was zu besseren Platzierungen führt – ohne häufige Wortwiederholungen und der damit verbundenen Gefahr einer Abstrafung.

Bitte beachten Sie: Solange Sie versuchen möglichst natürlich zu schreiben und anstatt der Suchmaschinen immer den Leser im Blickfeld zu behalten, verwenden sie höchstwahrscheinlich sowieso eine Vielzahl an LSI Keywords. Insofern werden sie diesem Thema keine besondere, zusätzliche Aufmerksamkeit schenken müssen.

Fazit über Latent Semantic Indexing: Verwenden Sie unterschiedliche Keywords einschließlich Synonyme und verwandte Begriffe, insbesondere bei den Linktexten. Dadurch erscheint Ihre Seite natürlicher. Dies hilft Ihnen, auch für verwandte Begriffe platziert zu werden – selbst wenn diese auf der Seite nicht vorkommen. Zusätzlich können dadurch auch die Platzierungen für Ihre Hauptbegriffe verbessert werden.

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2 Antworten zu 'Latent Semantic Indexing - Trumpf oder Hysterie'

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  1. Molar (1 comments) kommentiert

    am 25 March, 2008 um 23:52

    Hi,
    da ich gerade an dem Thema rumdenke hier meine 5 Cent zu Deinem Ansatz:

    Ich denke es ist zu kurz gegriffen alleine auf die Linktexte zu gehen bei LSI. Klar ist das Linkbuilding ein sehr starker Faktor im SEO aber mit LSI sollte man sich mehr auf die Inhalte der Site konzentrieren und dabei nicht nur generische Suchbegriffe in den Blick nehmen. Vielmehr ist es nun möglich zu einem Begriff, der nicht auf der Seite erscheint, sondern irgendwo auf der Domain oder durch Nutzung von Begriffen die sonst auf anderen Seiten häufig in den Zusammenhang auftreten selber zu ranken ohne dass der Begriff, sondern “verwandte” Begriffe genutzt werden.
    Grüße
    Molar

  2. willky (35 comments) kommentiert

    am 26 March, 2008 um 11:04

    @Molar: Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Prinzipiell glaube ich, dass vernünftiger Content rund um ein Topic zukünftig wichtiger denn je sein wird. Dabei gehts sicherlich nicht darum, Artikel mit Keywords vollzuspamen, sondern eher verwandte Begriffe und Begrifflichkeiten zu finden und diese abzuhandeln um ein gewisses “Content-Umfeld” aufzubauen über das Google & Co dann Rückschlüsse ziehen kann…. und die Seite für das Topic (hoffentlich) entsprechend rankt!

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