Hausaufgaben für Web-Entwickler
Ich bin ja logischerweise beruflich und derzeit auch privat viel im Web unterwegs. Und das, was mir dabei negativ aufgefallen ist, möchte ich in Form von Hausaufgabenlisten für Webmaster vorstellen. Der erste Teil befasst sich mit der Entwicklung.
Gewohnheiten der Benutzer beachten
Die Benutzer entwickeln im Web gewisse Gewohnheiten, weil viele Features auf vielen Seiten vorkommen. Und mit der Zeit entwickelt sich dabei ein Quasi-Standard, der dann immer vorausgesetzt und erwartet wird. Wenn ich also ein Kontaktformular ausfülle und abschicke, erwarte ich eine Bestätigungsseite, die mir zeigt, dass das Absenden funktioniert hat. Wird mir stattdessen das Kontaktformular wieder in leerer Form angezeigt, bin ich zumindest unsicher, ob meine Nachricht tatsächlich versendet wurde. Möglicherweise probiere ich es dann erneut, so dass der Empfänger unter Umständen doppelte Mails bekommt. Wenn er wenigstens so helle ist und schnell antwortet, löst sich das Rätsel unter Umständen schnell. Ansonsten könnte aber auch hier eine mögliche Kundenbeziehung schon im Keim erstickt werden.
Bei 99 von 100 Foren kann man sich durch Eingabe seiner Daten registrieren und nach Bestätigung der Double-Opt-In-Mail sofort im Forum aktiv werden. Bei einem Forum kommt man ebenfalls zum bekannten Registrierungsdialog, allerdings nicht weiter. Denn kein Benutzername, den man eingibt, wird akzeptiert. Entweder ist er schon vorhanden oder vom Administrator gesperrt. Dass in diesem Forum die Registrierung nur per Mail an den Admin funktioniert, steht zwar irgendwo in den Regeln. Die liest man aber nicht, wenn man sich grundsätzlich in Foren auskennt, keine bösen Absichten hat und das aus den 99 anderen Foren gelernte nun als allgemeingültig voraussetzt.
Kompatibilität in allen gängigen Browsern prüfen
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Websites es noch gibt, die ausschließlich für den Internet Explorer optimiert sind. Wann immer mir auf einer Webseite etwas spanisch vorkommt, sei es vom Layout oder wegen mangelnder Funktionalität, probiere ich das Ganze inzwischen automatisch im Internet Explorer aus. Und in vielen Fällen zeigt sich dort ein ganz anderes Bild: Die Seite hat plötzlich eine Kopfzeile, der Login-Bereich funktioniert oder beim Layout ist plötzlich alles in Ordnung. Leider kann man es als noch so gewissenhafter Web-Programmierer nicht verhindern, dass bei gewissen Browsern Abstriche gemacht werden müssen. Aber neben dem Internet Explorer muss zumindest auch im Firefox die volle Funktionalität gewährleistet sein.
Mailto-Links sinnvoll verwenden
Immer wieder klickt man auf Links und wundert sich, warum sich da nichts tut. Nach einer Weile stellt man dann erst fest, dass es sich um einen mailto-Link handelt und im Hintergrund ein Mailfenster geöffnet wird. Das dauert natürlich etwas länger, wenn das lokale Mailprogramm beim Klick geschlossen war.
Wenn ich in einer Navigation auf “Kontakt” klicke, erwarte ich eine eigene Seite, auf der die Kontaktdaten und ein Kontaktformular zu finden sind. Innerhalb der Kontaktdaten darf dann eine Mailadresse stehen, die mit mailto verlinkt ist. Wer mit mehreren Postfächern arbeitet, und nicht alle Mails von der Mailadresse aus schicken möchte, die im lokal installierten Mailprogramm eingestellt ist, hat damit zwar auch nicht die volle Freude, aber dafür kann der Webmaster ja wirklich nichts.
Dass natürlich Mailto-Links, wenn sie nicht z.B. mit TYPO3 gesetzt und gleich verschlüsselt werden, eine potenzielle Spam-Quelle darstellen, sollte ein weiteres Argument gegen die übermäßige Verwendung sein.
Diese Hausaufgaben sollten erledigt sein, bevor die Seite online gehen. Aber damit endet die Arbeit nicht. Welche Aufgaben bei der regelmäßigen Pflege der Seiten anfallen, folgt in einem separaten Beitrag.
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am 2 December, 2008 um 11:38
[…] kommt die versprochene Fortsetzung meiner Hausaufgabenliste für Web-Entwickler. Sind die Seiten online, hört die Arbeit natürlich nicht auf. Die Welt dreht sich, und der […]