Google kann Flash indizieren
Diese sensationelle Meldung habe ich gerade aus Search Engine Land gezogen. Schauen wir mal, was sie so schreiben:
Bisher waren die Suchmaschinen nicht in der Lage, Text und Links aus Flash-Dateien (*.swf) zu extrahieren bzw. gelang dies nur vereinzelt. Und folglich gelangten große Teile der flashbasierten Webinhalte nicht in die Suchergebnisse. Mit diversen Workarounds gelang es den Web-Entwicklern in der Folge, ihre Flash-Seiten doch in die Suchergebnisse zu bringen.
Für die Suchenden war diese Situation ebenso wenig ideal – ist ihnen doch so manches gute Suchergebnis verborgen geblieben.
Adobe und Google zufolge soll sich dies nun ändern. Google hat eine weit reichende Änderung ihrer Algorithmen angekündigt. Mit Hilfe eines Flash-Lesers von Adobe sollen Flash-Dateien „gelesen“ und Texte und Links zur Indizierung und zum Ranking verwendet werden. Das ist eine gute Nachricht sowohl für Seitenbetreiber als auch für Suchende.
Was steckt nun genau dahinter? Einiges, aber leider kein Wundermittel, das die manuelle Suchmaschinenoptimierung für Flash-Anwendungen überflüssig macht.
Noch keine Perfektion
Auch wenn es in der Tat einige Verbesserungen beim Crawlen und Indizieren von Flash und Java Script gibt, sind die Methoden noch lange nicht perfekt. Fehler werden minimiert, weil die Inhalte von Flash-Dateien gelesen werden können.
Adobe arbeitet zu diesem Thema mit Google und Yahoo! zusammen. Letztere haben den für Suchmaschinen optimierten Flash-Player aber noch nicht implementiert. Eine Zusammenarbeit zwischen Adobe und Microsoft findet nicht statt – über die Gründe dafür wird nur spekuliert.
Ein Schritt nach vorne
Früher hat Google vor reinen Flash-Seiten gewarnt, weil Suchmaschinen textbasiert arbeiten. Bilder, Videos oder andere Multimedia-Inhalte erforderten ein textuelles Äquivalent, um für die Suchmaschinen erreichbar zu sein.
Heute weist der Google Webmaster Blog darauf hin, dass der Googlebot inzwischen Texte und Links extrahieren kann, ohne dass der Anwender dafür etwas tun muss.
Das ist eine gute Nachricht für das Web. Zeigt es doch an, dass die Suchmaschinen, die erste Anlaufstelle im Web, sich anpassen und über Text hinaus auch neue Web-Technologien berücksichtigen.
Wie werden diese Änderungen die Relevanz verändern? Das lässt sich erst sagen, wenn tatsächlich Änderungen erkennbar sind. Laut Google wird dies einige Zeit dauern, denn die Snippets, die bei den Suchergebnissen angezeigt werden, müssen optimiert werden. Denn bisher gab es oft leere Snippets oder die einzig verfügbaren Texte aus der Seite – im Extremfall die Flash-Version und das Wort „Loading“.
Auch wenn Adobe in seinen Presseberichten von „dramatischen“ Verbesserungen der Suchergebnisse und eine Listung von Millionen von RIAs (rich internet applications) spricht, konnten bisher weder Google noch Adobe exakte Zahlen nennen. Wie viel mehr Seiten zukünftig indiziert werden können und welchen Einfluss dies auf die Suchergebnisse haben wird, muss sich erst zeigen. Das mögliche Verbesserungspotenzial ist aber auf jeden Fall groß.
Suchmaschinenoptimierung bleibt dennoch ein Thema für Flash-Entwickler
Wie bereits angedeutet, ist die Lösung noch nicht perfekt, auch wenn Adobe verspricht, dass die Entwickler keine Änderungen an den Inhalten vornehmen müssen, damit sie durchsucht werden können. Gerade bei Flash-Seiten mit wenig Text stimmt das nicht ganz.
Nur Text und Links sind betroffen
Die meisten Flash-Inhalte bestehen nicht aus einfachen Wörtern, sondern aus Bildern, Videos und Animationen, die auch nach der Änderung nicht in den Suchergebnissen erscheinen. Denn der neue Algorithmus extrahiert nur Text und Links. Alles andere bleibt nach wie vor eine Black Box.
Individuelle URLs für eigene Inhalte
Suchende sind besser bedient, wenn es für jede Flash-Implementierung eine eigene URL gibt. Es gibt allerdings auch Flash-Anwendungen, die bei Benutzeraktionen dynamisch Text laden, aber die URL unverändert lassen. Der Googlebot kann solche Benutzeraktionen bedingt nachvollziehen. Alle dynamischen Änderungen, die dabei passieren, werden jedoch unter der gleichen URL verarbeitet.
Laut Adobe können Suchmaschinen mit dem speziellen Flash-Player so durch die *.swf-Anwendungen navigieren, als wären sie virtuelle Benutzer. Und so können die Inhalte, die dynamisch in die Flash-Anwendung geladen werden, als Suchergebnis angezeigt werden. Klickt der Suchende allerdings auf den Link, werden die Inhalte nicht auf der Seite gefunden, da sie erst geladen werden müssen. Das kann dazu führen, dass die Suchenden frustriert sind und die Seite verlassen. Die Flash-Entwickler können und sollten dies vermeiden, indem sie für jedes Inhaltselement eine eigene URL verwenden. Dadurch können die Flash-Seiten auch viraler verwendet, also weiterempfohlen und anderweitig geteilt werden.
Die gleichen Einschränkungen gesteht Google übrigens auch für andere Nicht-HTML-Dokumente zu. Bei pdf-Dateien muss der Suchbegriff beispielsweise nicht zwangsläufig auf der ersten Seite stehen, so dass sich der Suchende erst durch das Dokument scrollen muss, um das Gewünschte zu finden. Deshalb gibt es für pdf-Dateien das gleiche Flag in den Suchergebnissen wie auch für Flash-Dateien.
Was bedeutet das für die Suchmaschinen-Optimierung?
Es ist nach wie vor notwendig, Flash-Seiten für die Suchmaschinen zu optimieren. Aber diese Aufgabe wird einfacher. Man muss sich jedoch vor Augen halten, dass Meta-Daten oder Formatierungen nicht berücksichtigt werden und auch keine Vorschau der Seite verfügbar ist, die sich im Cache von Google befindet. Alle externen Quellen, die von der Flash-Datei geladen werden, werden separat indiziert und nicht als Teil der Flash-Datei. Und wie bereits gesagt werden nicht-textuelle Inhalte auch weiterhin nicht indiziert. Dafür werden alle Flash-Versionen und alle Sprachen (außer Hebräisch und Arabisch) unterstützt.
Wie steht es mit Zugangsbarrieren und der Usability?
Flash-Entwickler sollten sich auch weiterhin mit diesen beiden Aspekte befassen. 98% der Rechner sind mit Flash ausgerüstet. Es gibt allerdings auch etliche Flash-Blocker und mobile Geräte ohne Unterstützung von Flash. Ab Flash Player 6 werden Screenreader unterstützt, was auch durch das neuere Flex-Framework weiter verbessert wird.
Fazit
Diese Meldung ist sowohl für die Anbieter von Web-Inhalten als auch die Suchenden positiv. Web-Entwickler legen immer mehr Wert darauf, dass ihre Seiten in den Suchmaschinen gefunden werden, da diese zum wichtigsten Akquisekanal werden. Mit der Entwicklung der Web-Technologien müssen sich auch die Suchmaschinen weiterentwickeln, um den Suchenden die besten Ergebnisse zu liefern. Es wird sich zeigen, wie weit reichend die aktuelle Änderung sein werden. Trotzdem sollten die Web-Entwickler die Suchmaschinenoptimierung immer im Hinterkopf behalten.
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am 1 July, 2008 um 20:59
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