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Das Internet aus der Sicht der Generationen

Gepostet in Allgemeines durch Marion Engel am 25 February, 2008

Vieles erledigt man heute schnell und unkompliziert im Internet. Für die junge Generation ist das völlig selbstverständlich und sie kann sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass man früher auch ohne das Internet leben konnte. Die mittlere Generation kennt beide Welten, während es in der älteren Generation noch eine ganze Menge Leute gibt, die noch nie mit einem Computer gearbeitet und keine Idee vom Internet haben.

Aber bleiben wir mal in der Mitte und vergleichen wir mal exemplarisch früher und heute.

Urlaubsquartier buchen
Wer heute ein Urlaubsquartier – sagen wir mal in Österreich - sucht, schaut auf die Internet-Seite des Zielorts, gib dort den gewünschten Zeitraum ein und erhält eine Liste der als frei gemeldeten Quartiere. Hat man dann die Angebote mit den Verweisen auf die Internet-Seiten der Vermieter studiert und sich entschieden, kann man gleich Online buchen oder zumindest eine Anfrage absenden. Und früher? Da brauchte man auf jeden Fall die Ortsprospekte. Dann gab es mehrere Möglichkeiten: Entweder hat man beim Tourismusverband angefragt, welche Quartiere ihm für die gewünschte Zeit als frei gemeldet sind oder ihn gebeten, die Anfrage auszuhängen, damit sich interessierte Vermieter melden können. Oder man hat Anfragen an seine bevorzugten Häuser geschickt oder telefonisch angefragt.

Schneehöhen
Schneehöhen, Wetterwerte und Bilder von Panoramakameras gibt es heute auch topaktuell im Web. Wenn man früher wissen wollte, wie die Schneelage in einem mehr oder weniger entfernten Ort war, blieb nur das Schneetelefon. Das konnte man anrufen, um die Tonbandansage abzuhören.

Bahnfahrplan
Wer mit der Bahn verreisen will, sucht sich online zu jeder beliebigen Zeit die beste Verbindung raus und druckt sich oft auch gleich die Fahrkarte aus. Früher war man für beides auf Menschen angewiesen: Die Auskunft gab es am Bahnschalter, im Reisebüro oder auch per Telefon. Eine Revolution war seinerzeit in Frankfurt das „Karlchen“, ein Sprachcomputer, der mit seiner blechernen Stimme ziemlich zuverlässig über Züge informiert hat.

Kommunikation
Wo man heute eine Mail schreibt oder gleich chattet, hat man früher Briefe geschrieben. Die waren zwar immer ein paar Tage unterwegs, aber dafür waren sie bunt und individuell, auf schönem Briefpapier oder mit Aufklebern verziert, je nach Schreiber und Anlass. Es gab Zeitschriften, in denen man Anzeigen aufgeben konnte, um nach Brieffreunden in aller Welt zu suchen – was auch wirklich funktioniert hat.

Literaturrecherche
Wer heute zu einem bestimmten Thema recherchieren muss, schaut zuerst ins Internet, sucht nach den Begriffen und hangelt sich dann hier und da über Links weiter, bis genug „Stoff“ zusammen ist. Früher ging der Weg in die Bibliothek. Wenn man schon wusste, welches Buch die gewünschten Informationen enthält, musste man in riesigen Karteikästen oder an Computer mit Microfiches die Nummer des Buchs suchen, um es dann ausleihen zu können.

ausländische Bücher bestellen
Heute bestellt man ausländische Bücher bequem bei amazon, und nur wenige Tage später steht der Postmann vor der Tür. Früher ging das nur über den örtlichen Buchhändler. Diese Variante wollte ich kürzlich nochmal ausprobieren. Aber nachdem die Kosten für die Bestellung den Buchpreis fast verdoppelt hätten und die Lieferzeit mit 3-4 Wochen angegeben wurde, habe ich dankend darauf verzichtet.

Dies nur ein paar Beispiele. Die Liste ließe sich natürlich noch beliebig fortsetzen. Stattdessen will ich ein paar Schlussfolgerungen wagen.
Es geht heute schneller. Im bzw. mit dem Internet kommt man viel schneller zum gewünschten Ergebnis, natürlich unabhängig von Öffnungs- oder Dienstzeiten. Voraussetzung ist allerdings, dass die andere Seite entsprechend verfügbar und reaktionsschnell ist, denn das kann bei mehreren Alternativen für einen Auftrag entscheidend sein.
Dienstleistungen haben sich verlagert: Die Post braucht heute sicher wesentlich weniger Briefe und Postkarten zu transportieren als früher. Dafür sind es mehr Pakete mit Bestellungen aus den Online-Shops.
Auch der Papierverbrauch hat sich verlagert. Während früher der Sender das Papier brauchte, kann heute der Empfänger entscheiden ob er eine Mail ausdrucken will oder nicht.
Auskünfte, die früher von Menschen erteilt worden sind, kommen heute zunehmend automatisiert aus Datenbanken. Dafür braucht es andere Qualifikationen, um die Anwendungen entsprechend zu erstellen und zu pflegen.

Sind wir also froh, dass wir das Internet haben – auch wenn es natürlich auch so lästige Dinge wie Spam-Mails mit sich bringt, oder?

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4 Antworten zu 'Das Internet aus der Sicht der Generationen'

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  1. Jürgen Liechtenecker (8 comments) kommentiert

    am 25 February, 2008 um 10:15

    meine Eltern (60+) haben mittlerweile das Internet lieben gelernt. Es gibt auch mittlerweile wirklich gute Senioren-Portale.

  2. ema (42 comments) kommentiert

    am 25 February, 2008 um 10:28

    Ich wünschte, mein Vater (70-) wäre auch schon so weit. Seine ersten unbeholfenen Kontakte mit dem fremden Medium haben mich ja u.a. zu diesem Beitrag inspiriert. Für jemanden, der noch nie mit dem Computer gearbeitet hat, ist aber schon die Bedienung der Maus unsagbar schwierig: rechte Taste? linke Taste? einmal klicken? doppelt klicken? und erstmal die richtige Stelle zum Anklicken treffen… Da erscheint es ihm (noch?) einfacher, seinen Text mit der Schreibmaschine zu schreiben und von einem Kiosk zu faxen, als das Mailen zu lernen…

  3. Guitargeorge (1 comments) kommentiert

    am 25 February, 2008 um 10:58

    Ich kenne zahlreiche Beispiele dafür, dass sich auch ältere Menschen mit Computer und Internet beschäftigen. Viele hätten auch die Lust dazu, brauchen aber jemanden, der ihnen z. B, das “Speichern” oder das Drucken erklärt. Mit einem guten Computerkurs können aber auch Senioren den Umgang mit Internet & Co erlernen. Da bin ich mir ganz sicher

  4. Kathi (1 comments) kommentiert

    am 10 March, 2008 um 11:36

    Auch wenn es immer mehr Hilfestellungen und Portale die ganz bestimmt auf Senioeren abgestimmt sind, so ist in der heutigen Zeit immer noch eine große Barriere zwischen der älteren Generation und dem Durchscnitts Internet User.

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