Abschied von Netscape
Die Kunde hat ja schon die Runde gemacht: AOL investiert nicht mehr in die Entwicklung des Netscape-Browsers und fordert die Netscape-Nutzer auf, den Firefox zu benutzen.
Als Web-Entwickler sehe ich das absolut positiv: Ein Browser weniger, in dem ich meine entwickelten Seiten testen muss. Einmal weniger zittern, dass der Browser Textformatierungen “zerrupft” und irgendwelche browser-spezifischen “Hacks” notwendig sind oder Kompromisse eingegangen werden müssen, damit die Darstellung in allen Browsern wenigstens akzeptabel ist. Und wir Entwickler freuen uns über jeden weiteren Benutzer, der den von uns schon lange favorisierten Firefox benutzt. Denn wenn eine Web-Seite oder Anwendung programmiert ist und im Firefox funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass andere Browser - hier natürlich vor allem der Internet Explorer - das gleiche Verhalten zeigen. Bei Kleinigkeiten ist man ja noch kompromissbereit, aber in manchen Fällen wurde doch schon der Ruf laut, alle Benutzer zu verpflichen, den Firefox zu verwenden.
Aber zurück zum Netscape mit einem Blick in die Vergangenheit. Mit dem Netscape hat ja seinerzeit alles begonnen. Ich erinnere mich noch an meine ersten Schritte im neuen, großen unbekannten Netz der Netze: Mein damaliger Arbeitgeber hatte für alle Mitarbeiter uns ein kleines, ringgebundenes Heft erstellt, in dem die “Basics” drinstanden. Schade, dass ich es irgendwann entsorgt habe, denn heute - angesichts von Web 2.0 - würde man da sicher drüber schmunzeln.
Und dann hatte ich auch bald die Aufgabe, die Intranet-Seiten der Abteilung zu erstellen. Netscape Composer war da mein kleiner Helfer, denn von HTML hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung. WYSIWYG war eine feine Sache, und das Ergebnis war durchaus passabel. Nachdem ich allerdings dann eine HTML-Kurs besucht hatte, musste ich schon die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, was der Composer da so an Code zusammenkomponiert hatte.
Aber das ist alles laaaange her, Schnee von vor-vor-gestern, den einige der aktuellen Web 2.0-Power-User noch gar nicht miterlebt haben. Und deshalb höre ich auch schon wieder auf mit diesem Rückblick auf die (gute?) alte Zeit, denn Melancholie kommt angesichts des Abschieds von Netscape nicht auf. Auch für Netscape-Nutzer gibt es eigentlich keinen Grund zur Traurigkeit, denn der Firefox ist eine mehr als würdige Alternative, an die man sich schnell gewöhnt.
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am 4 January, 2008 um 13:11
Hey,
ein Browser weniger ist immer gut. Aber solange es den IE noch gibt ….. ist sowieso die Welt noch nicht in Ordnung
Grüße
Olli